Westfalen

Die Geschichte Westfalens hat mehrere Protagonisten: Das im Westen gelegene Erzbistum Köln im Rheinland, die Bistümer Paderborn und Münster und das östliche Westfalen, welches bis 1180 Teil des Herzogtums Sachsen war.

 

777 verfügte Karl der Große die Christianisierung des Sauerlandes durch die Erzbischöfe von Köln. Das missionierte Gebiet wurde in religiöser Hinsicht vom Erzbistum Köln verwaltet, was den Grundstock für die dominierende Rolle der Kölner Erzbischöfe legte.

Abgaben und Schenkungen von Seiten des Adels verstärkten schnell den Reichtum der Kölner Kirche, diese Stellung wurde durch Klostergründungen wie beispielsweise Kloster Grafschaft (1072) oder Kloster Bredelar (1170) noch gefestigt.

 

Ab ca. 1100 standen sich somit zwei Parteien auf dem gleichen Gebiet gegenüber: Weltlich herrschten diverse Herzöge und Grafen über kleinere Teile Westfalens, die Kölner Erzbischöfe verfügten hingegen über eine Vielzahl an Klöstern, Städten und Burgen im gesamten Gebiet, die wiederum eine nicht unerhebliche weltliche Macht bedeuteten.

1180 wurde der Sächsische König durch Kaiser Barbarossa entmachtet, und der Kölner Erzbischof Phillip von Heinsberg erhielt Titel und Ländereien des Herzogs von Westfalen. Damit hatte er formell auch die weltliche Macht in großen Teilen Westfalens, was durch die räumliche Zersplitterung und Konkurrenz zum lokalen Adel allerdings relativiert wurde.

Während sich im Norden und Osten kleine Gebiete wie Lippe, Mark, Münster und Ravensburg selbständig behaupteten, entstand im Westen das Kurfürstentum Köln. Die rheinischen und westfälischen Gebiete Kölns blieben allerdings weiterhin geographisch getrennt. Diese Konstellation aus weltlichen Herrschern und mehreren Bistümern führte zu stetig wechselnden Koalitionen, Zusammenschlüssen und Bündnissen.

 

1225 wurde Engelbert I, der Erzbischof von Köln vermutlich von Graf Walram IV von Limburg im Zuge von Territorialstreitigkeiten ermordet. Seine Nachfolger hatten mit der Neuordnung Kurkölns zu kämpfen. Mehrere Faktoren, unter anderem der Streit um die Vorherrschaft in Köln selbst zuwischen Erzbischof und Patriziern gipfelte 1288 in der Schlacht von Worringen. Der Verlierer, Erzbischof Siegfried von Westerburg, musste infolge seiner geschwächten Position die Souveränität der Stadt Köln anerkennen, die fortan als freie Reichsstadt nur noch unter weltlicher Herrschaft stand.

Von nun an änderten sich die Machtverhältnisse in Westfalen lange Zeit nicht mehr. Die Herren von Mark stellten zwar seit 1288 die stärkste Kraft in Westfalen dar, ohne jedoch einen dominierenden Part zu spielen.