Wappenrock

Der Wappenrock (mhd.: wâpenroc) ist eines der Hauptelemente heutiger Vorstellung, welche den Ritter kennzeichnen. Taucht er in Abbildungen vereinzelt schon früh auf, so scheint er sich aber erst ab ca. 1200 allgemein durchzusetzen.

Zunächst dominiert eine einfarbige, meist waden- bis knöchellange Darstellung, die, von Ausnahmen abgesehen, erst ab ca. 1300 zunehmend heraldisch geschmückt wird. Auch der Saum wandert stetig nach oben, so dass bis 1400 der ehemals den Ringpanzer umhüllende Rock auf ein eng anliegendes, gerade noch den Schritt bedeckendes Element wird.

Da er keine Schutzfunktion erfüllt, dafür aber seine ersten Abbildungen meist im ritterlichen Kontext zu finden sind, kann man davon ausgehen, dass es sich beim Wappenrock um ein repräsentatives Kleidungsstück handelt. Ein passgenauer Schnitt und die Verwendung hochwertiger Materialien wie Seide, Samt und Pelze liegt daher näher, als die oft auf einschlägigen "Mittelalter"-Veranstaltungen zu findenden umgegürteten Baumwoll-Lappen.

Der Wappenrock ist aus in aufwendiger Doppelfärbung gefärbter Seide hergestellt. Analog zu später datierten Vergleichsstücken sind die Wappenapplikationen aus Seidensamt mittels Überwendlichstich aufgenäht. Eine Schnürung an einer Seite hilft, den in Abbildungen häufig zu sehenden engen Sitz am Oberkörper zu halten.

 

Wappenrock: Fabian Griesler

Quellen:

Hochgräber und Epitaphen Diverse Hochgräber und Epitaphen aus dem Kurkölner, Rheinischen und Nordhessischem Raum. Hier finden sich detaillierte Darstellungen von Ailettes, Kleidungsbestandteilen und Ringpanzerelementen

Codex Manesse

Süddeutschland

Cpg 848

1304 - ca.1340

Die Manessische Liederhandschrift ist ein einzigartiges Zeugnis von Kleidung und Sachkultur Anfang des 14. Jhdts. Durch die Vermischung von historisierenden und zeitgenössischen Elementen ist bei der Interpretation der Vergleich zu anderen Quellen geboten.

Tappert

Burgund, 15. Jhdt.

Ein wahrscheinlich aus Burgund stammender Tappert, ein heraldischer Überwurf, der im 19. Jahrhundert seinen Weg in die Staatliche Sammlung St. Petersburg fand.