Gugel

Gugel
Gugel

Die Gugel ist ein vornehmlich von Männern getragenes Kledungsstück, welches einer seperaten Kapuze mit Kragen ähnlich sieht. Während sie im 12. und 13. Jahrhundert vornemlich als Wetterschutz dient, entwickelt sich die Gugel im 14. Jahrhundert von Frankreich ausgehend immer mehr zum modischen Acessoir (1). Der Rand wird gezaddelt und der Hinterkopf erhält einen langen Zipfel welcher modisch um den Hals geschlungen oder hinter den Gürtel gesteckt wird. Auch wurde die Gugel ab ca. 1280 mit dem Kopfloch zuerst auf den Kopf gesetzt, eine Trageweise die letztendlich in der aufgepolsterten Kopfbedeckung namens Chaperon mündete (2).

Die Gugel wurde aus angefilztem Wollköper als Oberstoff und einem Leinenfutter genäht. Vom Schnitt her folgt sie mit ihren eingesetzten Keilen diversen Funden aus Herjolfnes, wobei der Kragen verbreitert, und auf den langen Zipfen verzichtet wurde.

Die satte Färbung bei fehlender modischer Spitze kennzeichnen diese Gugel als repräsentative, aber dennoch funktionelle Arbeitskleidung des gehobenen Bürgertums, wie beispielsweise eines Handwerksmeisters.

 

Herstellung: Fabian Griesler

Quellen:

Sachsenspiegel

Eike v. Repgow

Anfang 14. Jhdt. 

Cpg 164 (Heidelberg)

Das älteste Rechtsbuch in deutscher Sprache regelt Land- und Lehnrecht, und beschreibt damit das bestehende Gewohnreitsrecht. Es existieren vier bebilderte Handschriften aus Dresden, Heidelberg, Oldenburg und Wolfenbüttel; hier finden sich Abbildungen von Alltagssituationen und -gegenständen.

Nequambuch

Soest

ab 1315

Abt. A Nr. 2771

Das Soester "Nichtsnutz"-Buch führt anhand von Abbildungn Strafen gegen Gesetzesverstöße an. Das Buch wurde 1315 begonnen, aus dieser Zeit stammen auch die sorgfältigen Zeichnungen, die besonders detailliert Kleidung zeigen.

Legenda aurea

J. d. Voragine

1324

Ms. Barth. 115

Die in Köln entstandene Ausgabe dieser Sammlung von Heiligentraktaten und Kirchenfesten besticht durch seine Details, die reiche Ausstattung und den hervorragenden Erhaltungszustand

Woven into the Earth

Else Ostergaard

Der hier aufgearbeitete Fundkomplex von Herjolfsnes bietet trotz seiner periphären Lage einen einzigartigen Einblick in Nahttechniken, Schnitte, Stoffe und Färbungen europäischer Kleidung über mehrere Jahrhunderte.

Aarhus University Press, Aarhus 2004

1
2 Frühe Darstellungen finden sich z.B. in der Manesse-Handschrift, wobei es sich hier wahrscheinlich um den Vorläufer des Chaperons, der verkehrt herum aufgesetzten Gugel handelt.