Frontstollentruhe

Das wichtigste Möbelstück zur Aufbewahrung von Kleidung, Haushaltsgegenständen und den meisten persönlichen Besitztümern stellte im Mittelalter die Truhe dar. Kästchen dienten eher der Aufbewahrung kleiner Gegenstände wie Schmuck, Schränke sind nur in geringem Maße und dort vor allem im Bereich der Küche bzw. Lebensmittelaufbewahrung nachweisbar.

Konstruktiv finden sich hauptsächlich drei Typen: Die einfache Kasten- und die aufwendigere Stollentruhe werden aus Brettern geformt, seltener findet man die aus einem einzelnen Stamm gefertigte Einbaumtruhe, häufig im klerikalen Umfeld, z. B. als Opferstock.

Die Stollentruhen unterliegen konstruktiv regionalen Besonderheiten, insbesondere was den Einsatz des Bodens und die Neigung der Seitenwände angeht.

Beim hier vorliegenden Exemplar wurde sich an Exemplaren aus dem norddeutschen Raum wie den lüneburger Heideklöstern und dem Kloster Bentlage in Rheine orientiert. Der Deckel ist mittels Holzzapfenscharnieren angesetzt, als Schloss fungiert der auf die Größe der Truhe angepasste Nachbau eines Riegelschlosses aus dem ersten viertel des 14. Jahrhunderts.

 

Herstellung: Fabian Griesler

Quellen:

Die gotischen Truhen der Lüneburger Heideklöster

Karl Heinrich von Stülpnagel

Standardwerk über mittelalterliche Truhen in Norddeutschland