Kissen

Kissen
Kissen mit Bettziechen

Kissen dienten wie heute sowohl als Kopfkissen, als auch als Sitzpolster. Man schlief mit höherem Oberkörper als heute üblich, woraus auch die im Vergleich geringere Länge der Betten resultierte. Gestützt von Kissen nahm man eine halb sitzende Position ein, was auf vielen Abbildungen zu beobachten ist.

Des Weiteren kannte man noch keine eigenständige Polsterung von Sitzmöbeln, so dass man diese mit Sitzkissen versah.

Als Kissenfüllung sind uns sowohl die heute bekannten Feder- oder Daunenfüllungen bekannt; darüber hinaus existierten möglicherweise auch einfachere Füllungen aus Stoffresten oder Stroh.

Die Bezüge selbst konnten schlicht und funktionell oder aber auch bestickt und repräsentativ sein. Besonders beliebt waren die sogenannten "Bettziechen", Bezüge aus in Karomuster unterschiedlicher Komplexität gewebten Stoffen, deren Produktionszentrum seit dem 12. Jhdt. in Köln lag. Von dort aus nach ganz Europa exportiert, erfreuten sie sich einer hohen Beliebtheit; davon zeugen mannigfaltige Abbildungen karierter Kissen in unterschiedlichen Handschriften

Die vorliegenden Kissen wurden aus altem Leinen gefertigt. Sie sind mit Troddeln aus Wolle und Seide verziert und sind seitlich mittels fingerschlaufengewebter Bänder verschließbar.

Quellen:

Nequambuch

Soest

ab 1315

Abt. A Nr. 2771

Das Soester "Nichtsnutz"-Buch führt anhand von Abbildungn Strafen gegen Gesetzesverstöße an. Das Buch wurde 1315 begonnen, aus dieser Zeit stammen auch die sorgfältigen Zeichnungen, die besonders detailliert Kleidung zeigen.

Sachsenspiegel

Eike v. Repgow

Anfang 14. Jhdt. 

Cpg 164 (Heidelberg)

Das älteste Rechtsbuch in deutscher Sprache regelt Land- und Lehnrecht, und beschreibt damit das bestehende Gewohnreitsrecht. Es existieren vier bebilderte Handschriften aus Dresden, Heidelberg, Oldenburg und Wolfenbüttel; hier finden sich Abbildungen von Alltagssituationen und -gegenständen.

Hochgräber und Epitaphen

Diverse Hochgräber und Epitaphen aus dem Kurkölner, Rheinischen und Nordhessischem Raum. Hier finden sich detaillierte Darstellungen von Ailettes, Kleidungsbestandteilen und Ringpanzerelementen

Graduale

Johannes von Valkenburg

Cod. 1001b

1299

Das Chorbuch des Johannes von Valkenburg ist ein in Köln entstandenes Schriftstück, dessen Miniaturen Elemente eines für Köln typischen Zeichenstils beinhalten. Diese sind an Pariser Buchmalereien angelehnt; vergleichbare Ornamente finden sich z.B. im Codex Henrici aus Münster.

Willehalm

W. v. Eschenbach

um 1320

Cod. 2670

Diese in Wien entstandene Abschrift des Willehalm, eines Versepos von Wolfgang von Eschenbach, illustriert trotz seiner teilweise beschädigten Miniaturen viele Details von Kleidung und Alltagsgegenständen Anfang des 14. Jhdts.