Gürtel

Gürtel sind über einen Großteil des Mittelalters einer der Hauptbestandteile der Kleidung. Um 1320 besteht die Kleidung aus noch relativ weit geschnittenen Stücken, deren hoch angesetzte Taille von einem Gürtel gerafft wird. Als Statussymbol waren Gürtel oft reich verziert, was aufwendige Färbung, broschierte Brettchenborte und Beschläge aus Edelmetall beinhaltete.

 

Ledergürtel finden sich im Fundgut, sicher auch unter dem Gesichtspunkt der Haltbarkeit, am häufigsten, besonders im Spätmittelalter nimmt die Verwendung von Brettchenborte ab. Als Material wurde vornehmlich das stabile Rindsleder verwendet, gerade Kalbsleder war aufgrund der feinen Struktur und Geschmeidigkeit beliebt.

Der vorliegende Gürtel besteht aus krappfarbenem Kalbsleder. Die Beschläge sind aus Gelbguss. Während Zunge und Beschläge dem Epitaphen des Heinrich des Jüngeren aus Marburg nachempfunden wurden, ist das Schnallenblech eine freie Interpretation im Stil der übrigen Bestandteile. In die Rückseite der Zunge und ins Schnallenblech wurde ein Wappen eingearbeitet, wie man es in verschiedenen Darstellungen der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts findet. Die Befestigung erfolgt mittels angegossener Klammern, wie sie sich beispielsweise in den Buntmetallfunden von Höxter und Corvey finden.

Die Lochverstärkung mittels metallener Ösen ist über einen weiten Zeitraum nachzuweisen, im Spätmittelalter stellen diese häufig die einzige Zier der zunehmend schlichter gehaltenen Gürtel dar.

 

Gürtel und Beschläge: Przemysław Karcz

Quellen:

Hochgräber und Epitaphen Diverse Hochgräber und Epitaphen aus dem Kurkölner, Rheinischen und Nordhessischem Raum. Hier finden sich detaillierte Darstellungen von Ailettes, Kleidungsbestandteilen und Ringpanzerelementen

Bundmetallfunde aus Höxter und Corvey

Stefan Krabath

Größter katalogisierter Fundkomplex von Metallfunden, die Ausarbeitung enthält zudem einen umfangreichen Vergleichsfundkatalog.